Grossrat

    Interpellation
    Fuchs Thomas, Blank Andreas, Graber Samuel, Schwarz Elisabeth, Struchen Béatrice (SVP)

    Asylanten in Ferienheimen? Ist das die neue Asylpraxis?

    Nach mehrjähriger Beruhigung im Asylwesen steigen die Asylzahlen seit 2008 wieder sprunghaft an. Der grösste Zustrom kommt aus Eritrea, Somalia, Sri Lanka, Nigeria und dem Irak.

    Der Bund scheint den Druck an die Kantone weiter geben zu wollen und der Regierungsrat im Kanton Bern sieht sich offensichtlich veranlasst, Asylanten in Ferienheimen, so im Eriz und auf dem Twannberg, unterzubringen. Im Eriz führte dies sogar dazu, dass Schulklassen ausweichen mussten, nur um den (notabene abgewiesenen!) Asylbewerbern Platz zu machen.

    Vor diesem Hintergrund bitten wir den Regierungsrat um die Beantwortung folgender Fragen:

    1. Prüft der Regierungsrat weitere ähnliche Standorte für die Unterbringung von Asylanten?
    1. Wieso werden abgewiesene Asylsuchende nicht in Zivilschutzanlagen oder ähnlichen Anlagen der öffentlichen Hand untergebracht?
    1. Wie beurteilt der Regierungsrat die Asylzahlen vor dem Hintergrund der Zusammenarbeit mit den europäischen Nachbarn im Rahmen des Schengen/Dublin-Abkommens? Ist er nicht auch der Meinung, dass bei einer korrekten Anwendung durch die Vertragspartner eine rasche Ausschaffung der Asylsuchenden ins Erstasylland möglich wäre?
    1. Ist der Regierungsrat bereit, beim Bund dahingehend zu intervenieren, dass Asylsuchende künftig in Aufnahmezentren bei den Grenzübergängen untergebracht und deren Gesuche innert 3 Monaten erledigt werden sollen, um die Rückschaffung gemäss Abkommen zu erleichtern und die aufwändige Verteilung auf die Kantone zu vermeiden? Wenn nicht, weshalb nicht?

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